Kindertagesstätte „Zwergentreff“: Uiiiii, das wird teuer!

„Unverhofft kommt oft!“ – so überschrieb der Öffentliche Anzeiger in seiner Einleitung das Projekt Anbau Kindertagesstätte in Hochstetten-Dhaun. Der wird zwingend notwendig, weil gesetzliche Vorgaben eine mindestens siebenstündige Betreuung ohne Unterbrechung fordern. Und dafür braucht es eben mehr Platz für Schlafgelegenheiten, Küche und weitere Räumlichkeiten. Das momentane Gebäude, mit vorgehaltener Mini-Küche, platzt schon jetzt aus allen Nähten. Doch, stimmt die Redensart? Wurde die Ortsgemeinde von der Novelle wirklich derart überrascht? Oder hat man die Entwicklung, was viel wahrscheinlicher ist, verschlafen? Ausgesessen? Fakt ist, das Gesetz kam nicht über Nacht und Fakt ist, die Folgen waren bekannt. Von daher sollte man jetzt nicht so tun, als ob die Bausumme, von geschätzt einer Million, wie Kai aus der Kiste sprang. „Die Ortsgemeinde habe eine kleine Lösung ins Auge gefasst,“ lässt diese nunmehr kleinlaut in Umlauf bringen. Soso! Lassen sich klare gesetzliche Vorgaben auf eine eigene kleine Lösung reduzieren? Wohl kaum! Hinwegsetzen und ein eigenes Modell fahren, das kann in der Regel nicht funktionieren.

War die Ortsgemeinde nur naiv oder hat sie bewusst gezockt, um am Ende auch Zeit zu gewinnen? Den Spekulationen sind diesbezüglich Tür und Tor geöffnet. Jetzt muss man sich sputen, um noch Zuschüsse aus Bundesförderprogrammen beantragen zu können. Weitsicht geht fürwahr anders. Über die weitere Entwicklung und die tatsächlich anfallenden Kosten darf man gespannt sein. Zusammengefasst, die Ortsgemeinde ist zum Handeln gezwungen und muss mehr denn je tief in die Tasche greifen. Das Außengelände muss einem Anbau weichen. Dafür soll der angrenzende Spielplatz ins Kita-Gelände integriert werden. Mächtig viel Aufwand, gell? Nicht zu vergessen die bisher getätigten Investitionen in eine zeitgemäße energetische Sanierung. Rächt sich jetzt vielleicht der voreilige Verkauf der alten Schule an einen privaten Investor? Hätte der Zweckbau nicht ausreichend Platz für eine zeitgemäße Kindertagesstätte mit allem Pipapo – Turnhalle inklusive – geboten? Mehr noch: Darin hätten sich auch prima eine Arztpraxis und andere dörfliche Einrichtungen etablieren lassen. Es wurden zwar vereinzelte Stimmen in diese Richtung laut, nur fanden diese seinerzeit kein Gehör. Wie schon so oft, wenn visionäres Denken und Handeln gefragt ist, stellen Verantwortliche die Ohren meist auf Durchzug. Die Gründe hierfür sind oft vielfältig, haben nicht selten aber etwas mit privaten Interessen gemein. Inwieweit solche Motive in Hochstetten-Dhaun ein Rolle gespielt haben könnten, möge jeder für sich selbst herausfinden.

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