Land schüttet Füllhorn über Hochstetten-Dhaun aus!

Ja ist denn heut scho‘ Weihnachten?“ – Der Slogan von Franz Beckenbauer passt irgendwie auf die neuerliche Fördermittel-Übergabe vom politischen Geldboten Dennis Alt (SPD) an die Ortsgemeinde Hochstetten-Dhaun. Logisch, in Wahlkampfzeiten übergibt der Staatssekretär und Big-Nahevertreter in Personalunion die Kohle höchstpersönlich an seine kommunalen Parteifreunde. Öffentlichkeitswirksam und bei jedem Schnappschuss mit Scheck immer schön in die Kamera lächelnd – passt. Dass solche Inszenierungen nur auf eines abzielen, nämlich werbewirksam um Wählerstimmen zu werben – geschenkt! Der mündige Bürger weiß solche Auftritte richtig einzuschätzen. Peinlich zwar, aber legitim. Die Überbringer-Rolle hat er bei weitem nicht exklusiv. Machen andere schließlich auch.

Hurra, Hochstetten-Dhaun wurden alle drei Anträge positiv bescheinigt. Wiederum keine Überraschung, denn die Regierung will sich ja gerade jetzt von ihrer allerbesten Seite präsentieren. Sportplatzbrücke (240.000 Euro Zuschuss), Mehrgeneration-Aktivplatz (95.000 Euro) sowie Friedhöfe (52.000 Euro). Zusammengenommen, ein hübsches Sümmchen, welches der „rührige“ 60-Prozent-Bürgermeister von der Mainzer SPD-Zentrale loseisen konnte. Gute Nachrichten also für das Dorf. Keine Frage, Geld, welches für dringend notwendige Vorhaben nicht selbst aufgebracht werden muss, ist gutes Geld. Moment, handelt es sich beim Projekt Sportplatzbrücke tatsächlich um eine notwendige Investition? Alternativlos geht anders. Vorneweg, der Blog ist kein notorischer Brückengegner. Der stellt sich nur immer wieder die gleiche Sinnfrage. Warum will die Ortsgemeinde eine Brücke erhalten, die, hart formuliert, im Grunde gar nicht mehr benötigt wird, schon gar nicht zwingend? Und wenn erhalten, warum nicht als wesentlich kostengünstigere reine Fußgängerbrücke? Fakt ist, Autofahrer können auch ohne Brücke zum Sportplatz gelangen. Tun sie doch schon jetzt die ganze Zeit.

Sicherlich ist die Investition gut für den Sportverein, der kein Hehl daraus macht, dass die Brücke in der Autovariante für das Umfeld eine Herzensangelegenheit ist. Menschlich nachvollziehbar! Daher Augen zu und durch? Stand jetzt, wird es wohl genau so kommen. Dennoch, abseits der Fußballer-Familie mehren sich vermehrt auch kritische Stimmen, die einen Erhalt in der ursprünglichen Form in Zweifel ziehen. Man muss nur mal genau hinhören. Auch hierfür gibt es gute Gründe. Den Diskurs gilt es unbedingt zu führen. Ist es angemessen eine Brücke Auto geeignet wiederherzustellen, die, wenn man ehrlich ist und nicht nur durch die Vereinsbrille schaut, gar nicht unbedingt braucht? Irgendwie Luxus pur, weil das Gelände ja auch über Hochstädten und auf der anderen Seite „Uber“ angefahren werden kann. Möge sich jeder sein eigenes Urteil darüber bilden.

Eine halbe Million Euro! Man muss sich diese Summe mal auf der Zunge zergehen lassen. Und damit dürfte das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht sein. Was ließen sich damit nicht alles für Dorf-Projekte umsetzen. Warum reicht eine Fußgänger-Variante nicht aus? Die Frage muss erlaubt sein. Rein statisch betrachtet, dürfte das alte Gerüst sicherlich tragfähig genug sein und keine Hürde darstellen. Laienhaft beurteilt, bräuchte es nur ein paar neue Bretter- und Balken sowie einen neuen Anstrich. Unter dem Strich sicherlich Peanuts im Vergleich zum großen Auto-Wurf. Hat der Statiker eine solche Variante seinerzeit berechnet? Hat man die im Ortsgemeinderat überhaupt thematisiert, geprüft und in Erwägung gezogen?

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