Geologischer Lehrpfad: Post von einem Geologen aus Rheinhessen!

Dem Blog flatterte eine Mail ins Postfach: „Ich betreue am Pfalzmuseum für Naturkunde in Bad Dürkheim eine geologisch-paläontologische Arbeitsgruppe – mit umfassenden Vortragsveranstaltungen und Exkursionen. Da wir momentan wegen Corona keine Präsenzveranstaltungen im Museum durchführen können, arbeite ich verschiedene jüngere und ältere Exkursionen zu Online-Präsentationen aus, die ich unseren Gruppenmitgliedern zur Verfügung stelle. Im Jahr 2012 hatten wir unter der Führung von Wouter Südkamp (Bundenbach) eine 4-tägige Exkursion von der Mosel über den Hunsrück ins Saar-Nahe-Becken gemacht. Und da war der Geologiepfad in Hochstetten-Dhaun einer der Treffpunkte unserer Gruppe, ohne dass wir uns die Zeit zum Besuch des Lehrpfades genommen hatten. Die intensive Beschäftigung mit den auf der Exkursion aufgesuchten Lokalitäten hat in mir das Interesse geweckt, einige Punkte auszusuchen, an denen wir nur vorbeigefahren waren. Ich muss mir also die Gneise von Wartenstein ansehen. Und dann bin ich auch in Hochstetten-Dhaun. Ist der Weg noch in dem von Ihnen geschilderten Zustand?

Um es vorweg zu nehmen: Ja, das ist er! Diese traurige Erkenntnis, hat eine erneute Überprüfung ergeben. Anlassbezogen, wanderte der Blog die Strecke von Anfang bis Ende ab. Am Unterhaltungsstau hat sich nichts geändert. LEIDER! Im Gegenteil: Der Kurs wirkt irgendwie noch vernachlässigter, als er ohnehin schon war. Vielleicht trübt aber auch der momentane Frühjahrs-Wildwuchs das Bild. Gemähte Wiesen gehen anders. Schade, schade, schade! „Lieber Geologe, der Blog kann Ihnen keine Besserung der Verhältnisse mitteilen. Dennoch ergeht an Sie die Ermutigung, den Geologischen Lehrpfad abzuwandern. Tipp: Blenden Sie den Unterhaltungsstau einfach aus. Sie werden ja eh mehr die Steine im Blick haben, als den Zustand drumherum.“

Der Wanderrundweg von 3,5 Kilometer Länge schlängelt sich von Hochstetten entlang des „Schliffer“ hinauf auf die Dhauner Höhe. Der geologische Lehrpfad besteht aus insgesamt elf Stationen mit Informationen über erdgeschichtliche Entwicklung und Landschaftsbildung. Dargestellt ist auch eine Auswahl typischer Gesteinsarten aus dem Nahe-Hunsrück-Raum und deren wirtschaftliche Nutzung. Dass der Lehrpfad als solcher kaum noch Bedeutung für die Ortsgemeinde zu haben scheint, lässt sich am Zustand ablesen. Viele der Informations- und Texttafeln sind defekt oder fehlen gleich ganz. Und auch an der Weg-Beschilderung mangelt es in Teilbereichen. Gerade bei den Übergängen zu den Nebenwegen wäre eine bessere Übersicht wünschens- und erstrebenswert. Der Pflegezustand ist miserabel.

Insgesamt herrscht an vielen Stellen weiterhin Unterhaltungsstau (Bilderstrecke). Wie ignorant muss eine Ortsgemeinde sein? Zum Fremdschämen, die Vernachlässigung eines Weges, der einst mit viel Geld angelegt und danach hochgelobt worden ist. Lang, lang ist es her. Entweder die Ortsgemeinde investiert kurzfristig Zeit und Geld in notwendige Reparaturen oder man lässt das Projekt gleich ganz sterben. Nur so eine halbgare Präsentation, damit kann man weiß Gott nicht punkten. Spätestens in ein paar Jahren, werden sicherlich auch die letzten Tafeln und Hinweisschilder, entweder völlig unlesbar, oder gar nicht mehr vorhanden sein. Was jedoch bleiben wird, sind die Steine. Für die Ewigkeit!

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