Der tiefe Fall!

Der Ortsbürgermeisterin von Simmertal tritt zurück. Der Schritt war unausweichlich und längst überfällig! Damit zog sie die richtigen Schlüsse. Dass sie für ihren letzten großen Auftritt zu einem verbalen Rundumschlag gegen Gott und die Welt ausholte – geschenkt. In der Niederlage Größe zeigen ist halt nicht jedem gegeben! In ihrer Abschiedserklärung tritt die scheidende Chefin gegen alle ihre Widersacher nach. Und wie! Das mag kein guter Stil sein – lässt aber tief blicken auf eine Kerze, die am politischen Baum mitnichten am hellsten strahlte. Jetzt ist das Flackern für immer erloschen. Kaum vorstellbar, dass sie nach der Fülle von persönlichen „Abrechnungen“, in anderer Funktion die politische Bühne jemals wieder betreten wird können. Die bekennende VfL-Anhängerin hat sich dauerhaft ins Abseits gestellt. In jeder ihrer Zeilen, schwingt eine persönliche Kränkung mit. Offenbar tief verletzt, sucht sie die Schuld nur bei anderen. Statt sich auch nur im Ansatz einmal selbst zu hinterfragen, schlägt sie wild um sich, sieht sich als Opfer einer von langer Hand vorbereiteten Intrige. Schlimmer, sie ergießt sich in Selbstmitleid.

Ihre Aufführung offenbart, welcher Frust sich in ihr aufgestaut haben muss. Den letzten Moment auf großer Bühne hat sie offenbar für ihr eigenes Ego benötigt. Er sei ihr von Herzen gegönnt. Haken dran. Der wird gewiss noch lange nachwirken. Wohl auch deshalb, weil sie bis unter die Haarspitzen auf Attacke gepolt war. Als weiterhin Bewohnerin, dürfte sie sich keinen Gefallen mit ihrer Sicht auf die Geschehnisse getan haben. Keine Frage, die Simmertaler Posse offenbart nur Verlierer. Es wurden Gräben aufgerissen. Doch Bleisinger ist die mit Abstand tragischste Figur in der „Spaziergänger-Krise“. Nicht ihre klare Haltung, vielmehr die Art und Weise einer stets unwürdigen Moderation, wurden ihr nunmehr zum Verhängnis. Nachbetrachtend, lässt das nur einen Rückschluss zu: Die Fußstapfen waren für sie einfach zu groß. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass als eine der Ersten, ausgerechnet die Spaziergänger ihr Bedauern über diesen, für viele doch überraschenden Rücktritt, ausdrückten. Während Bleisinger über die Tapper stolperte und sich quasi selbst ins Aus bugsierte, werden die auf lange Sicht weiter ihre Runden drehen. Ihr Drehbuch dürfte anders ausgesehen haben.

Die Ortsgemeinde wäre jetzt gut beraten, den Blick nach vorne zu richten. Beigeordnete und Gemeinderat  sind in der jetzt beginnenden Übergangszeit, bis zu den Neuwahlen, mehr denn je aufgefordert, an einem Strang zu ziehen. Am besten in die gleiche Richtung.

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