Realsatire pur: Wenn man etwas Falsches ständig wiederholt wird es dadurch nicht wahrer!

Ständige Wiederholungen sind kein Beweis für Wahrheit! Diesem rhetorischen Instrument bedient sich immer wieder gerne Ortsbürgermeister Hans Helmut Döbell. Für den finalen Transport in die Öffentlichkeit, sorgt dann schon demütig die Tageszeitung. Wie immer halt, steht der Haus und Hofberichterstatter Gewehr bei Fuß, wenn der Meister zur medialen Audienz bittet! Letzte Woche war es offenbar wieder soweit. Der hauptamtliche Ehrenamtliche legte eine Art Rechenschaftsbericht ab. Alles ist gut! Alles läuft! Großbaustellen, Dorfprojekte, Brückenbau und, und, und. Man lese und staune, die medizinische Versorgung wurde doch tatsächlich auch wieder in den Fokus gerückt. Aus gegebenen Anlass, wegen Ärztemangel, Krankenhaus und so. Das alte Motto lebt demnach noch immer: „Hochstetten-Dhaun hat wenigstens was.“

Nochmals für alle zum Mitschreiben in Großbuchstaben und dazu noch fettgedruckt: RICHTIG IST, NICHT DÖBELL UND NICHT DER ORTSGEMEINDERAT HABEN DEN NACHFOLGER VON HERIBERT SCHÖLL AUFGESPÜRT UND VERPFLICHTET! Der kam wie Kai aus der Kiste zu Praxisinhaberin Bea Schöll gesprungen. Auf dem direkten Weg und nicht über Los. Und die hat ihm nach kurzen Verhandlungen die Praxis übergeben und diesen Entschluss nach kurzer Zeit schon bitter bereut. Aber sowas von! Wichtig, die Ortsgemeinde war in dieser Phase außen vor. Wahr ist, Döbell hat den Arzt, „dem die Menschen Vertrauen“, nicht an Land gezogen. Wahr ist aber auch, der hat in der Folge die Rahmenbedingungen – natürlich in seinem Sinne gelenkt und diktiert – damit der Mediziner nicht mehr in einem „Stall“, so sein damaliger despektierlicher Ausspruch, praktizieren muss. Schließlich ging es auch darum, einen eigenen Leerstand zu beseitigen. Arzt-Akquise nach Döbell-Art in das Haus des Sohnemannes – wenn das mal nicht ein genialer Schachzug war. Viel Miete, keine Renovierungs- und Umbaukosten, keine Verpflichtungen – passt! Und keiner hätte etwas mitbekommen, wenn, ja wenn der böse Blog nicht einen Artikel geschrieben hätte. Dass ihm der vom aufgeschreckten Steuerzahlerbund attestierte „Vetternwirtschaft-Deal“ einen deftigen Dämpfer an der Wahlurne einbrachte – geschenkt. Besser ein 60-Prozent-Bürgermeister, als gar kein Bürgermeister, mag der sich noch heute denken. Miese Quote, wenn nahezu jeder zweite Bewohner den Chef lieber im heimischen Ruhesessel gesehen hätte. Den persönlichen Makel macht der satte Mietzins allerdings mehr als wett!

Das Blog-Dauer-Thema ist eigentlich durch, kam jetzt aber wieder hoch, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Zeitung das Modell Hochstetten tatsächlich, als sinngemäß Ideallösung, einstuft und am liebsten auch in Kirn verortet sehen möchte. Finde den Fehler? Was hat Döbell noch dem Autor in den Block diktiert? Er sei froh, dass der Allgemeinmediziner zugesagt hat, noch Patienten aus der Gemeinde aufzunehmen. Klingt wie eine Drohung. Ob es eine ist, möge jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist, und da hat der Ortschef recht, es herrscht medizinischer Notstand. Die Folge: Es sind auch diejenigen Ärzte ausgelastet, die sonst eher außen vor bleiben. Heutzutage müssen Patienten eben nehmen was sie kriegen können. Es sind halt schwere Zeiten.            

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