Nach der Baustelle ist vor der Baustelle?

Blick auf den Öffentlicher (Bau)Anzeiger. Letzte Woche mal wieder Baustellen-Berichte aus Hochstetten-Dhaun in der Zeitung. Doch wie lange noch? Sowohl die Projekte Ortsumfahrung, als auch Hochwasserschutz stehen kurz vor der Fertigstellung. Die Leser werden sich wohl oder übel daran gewöhnen müssen, dass die ständigen Updates von den Baustellen in 2022 ausbleiben werden. Für die Meisten gut, für nur Wenige leider. Dabei waren und sind die sichere und willkommene Blattfüller. Gibt der Stehsatz in der Redaktion an Themen nichts her, Schwupps, wird der Baustellen-Joker gezogen. Der ist jedoch in Hochstetten-Dhaun endlich. Was kommt danach? Andere Großbaustellen im Kirner Land sind nicht in Sicht, sodass sich der Öffentliche Anzeiger Alternativen wird einfallen lassen müssen. Aber noch ist es ja nicht soweit. Es werden sicherlich noch bis ins kommende Frühjahr hinein unzählige Beiträge Live und in Farbe ins Blatt gehoben werden. Dennoch, die Entwöhnung kann beginnen. Und das ist auch gut so. Keine andere Tageszeitung in der Republik hat Baustellen-Berichte dermaßen ausführlich auf dem Zettel stehen. Diese Ausführlichkeit hat der Öffentliche Anzeiger sowas von exklusiv.

Die Schlagzahl in Hochstetten-Dhaun war und ist nervig. Hätte nur noch gefehlt, dass jedes Aufstellen von Dixi-Toilettenkabinen, jede Ausgabe neuer Besen und Schippen sowie jeder abgeladene Sandfuhre als Schlagzeile verkauft worden wäre. Viele Leser wurden vor die Frage gestellt, gibt es wirklich keine anderen Themen im Kirner Land? Ständig die gleichen Bilder von Kränen, Eisenträgern oder Betoneinschalungen – gähn! Handwerker oder Baustellenliebhaber mögen sich ja bestens informiert gefühlt haben, aber die breite Mehrheit konnte nur in Ausnahmefällen mit der Ausführlichkeit etwas anfangen. Weniger ist mehr! Nach der Baustelle ist vor der Baustelle? Hochstetten-Dhaun ist überall! Irgendwo wird ja immer gewerkelt. Dann eben anderswo, eine Spur kleiner. Zur Not taugen auch kleinere Rohrbrüche. Die Leser sind ja reichlich Kummer gewohnt. Von daher, wird der Öffentliche (Bau)Anzeiger nicht gezwungen sein, tiefergehende Recherche hinsichtlich brennender anderer Themen zu betreiben. Warum aufwendig und teuer, wenn es auch ratzfatz und billig geht.   

2 Antworten auf „Nach der Baustelle ist vor der Baustelle?“

  1. Die Leser nehmen das unterschiedlich wahr.
    An einem Beispiel :
    Mir geht es so , dass ich „gefühlt“ mehr Fotos von
    „Wirzius-Soonwaldstiftung“ in unserem Lokalteil wahrnehme,
    als Bilder von der neuen Brücke.
    Man müsste mal über einen längeren Zeitraum analysieren,
    ob ich mit meiner Gefühlslage richtig liege.
    Oder ob es daran liegt , dass ich die großen Spendenbilder (im Gegensatz zu den Brückenbildern) gar nicht sehen mag.

  2. Nochmal nachgehakt.
    Wie viele Autofahrer aus unserer Region fahren tagtäglich durch das Nadelöhr „Baustelle Umgehung Hochstetten “ ???????
    Tag für Tag .
    Die sind doch froh , wenn – ab und zu — mal was von der Baustelle in den lokalen Medien erscheint.

    .
    Und was ganz anderes : Alle PrintMedien —> sind happy , wenn sich immer wieder die Gelegenheit für große Bildaktionen ergibt.

    Warum kannst Du das der hiesigen Redaktion nicht gönnen ????

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