Unbürokratisch: Für den Blog das deutsche Unwort schlechthin!

Was beutet unbürokratisch? In der Theorie bedeutet es, verkürzte Verfahren und großzügigere Auslegung bei Hilfestellungen gleich welcher Art. Unbürokratisch bedeutet etwa das gleiche wie „Auf Dem Kurzen Dienstweg“. In der Praxis wird keine Redewendung so überstrapaziert und missbraucht. Vor allem wenn Politiker von großen und kleinen Bühnen „unbürokratisch“ in einer schier Endlosschleife in den Mund nehmen, um Hilfestellung-Versprechen vom Stapel zu lassen, dann herrscht Blend-Alarm! Meist sind das immer nur die gleichen Worthülsen aus der Politiker-Lehrfibel, die im Verbund mit anteilnehmenden Gesichtern, in die Mikrofone und Kameras gehaucht werden. Unbürokratische Hilfe ist nichts anderes als ein verbaler Reflex, der immer dann greift, wenn es zu einer Katastrophe kommt. Naturkatastrophen, Kriege, Unglücke, Klimakrisen – die erste ausgesprochene Floskel ist die der unbürokratischen Hilfe. Blöd nur, die gewiss gut gemeinte erste Reaktion, erfüllt sich im Nachgang nicht mit leben. Will heißen, den Worten folgen keine oder nur zögerliche Taten.

Die Ahr-Betroffenen wissen ein Lied davon zu singen. Hilfsgelder können nicht ausgezahlt werden, weil etwa Formulare XY nicht vorliegen. Und das ist nur eine Beispiel von vielen. Gerade nach dem Jahrhunderthochwasser sind Auswirkungen auch nach acht Monaten noch gravierend. Der Phantasie von Bürokraten in ihren Amtsstuben sind keine Grenzen gesetzt. Nach der Flut der Ukraine-Krieg. Wieder wird unbürokratische Hilfe verspochen, wohlwissend, dass Deutschland nicht unbürokratisch kann. Dem Blog stellen sich immer wieder die Nackenhaare, wenn diese Absichtserklärungen über Nachrichten und Talk-Shows in die heimischen Wohnzimmer transportiert werden. Deutschland, Bürokratenland! Ganz schlimm, dass Spenden und Hilfsgelder nicht, nur spät oder nur verkürzt dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Da lobt ich mir private Initiativen, die auf direktem Weg Hilfe leisten.

Die gab es für die Ahr und die gibt es für die Ukraine. Die gilt es mit Geld und Material zu unterstützen. Da weiß man, dass Gelder, Windeln, Taschenlampen, Schlafsäcke oder was auch immer, wirklich schnell und unbürokratisch dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Der Blog outet sich als überzeugter Unterstützer von privaten Initiativen, will aber keinesfalls die großen Spendenorganisationen madig machen. Die haben natürlich alle ihre Berechtigungen. Ohne die funktioniert das große Ganze nämlich nicht. Nur hängen die nicht selten auch in ihrer eigenen Bürokratiefalle fest. Bei weitem nicht jeder gespendete Cent kommt auch an. Das Dilemma, die Konten sind oftmals prall gefüllt, aber die Gelder können nicht abfließen. Auf den großen Hilfsbühnen läuft einiges schief. Nich bei den privaten Initiativen – wie gerade die Ukrainen-Hilfen von Hahnenbach, Bergen, Herrstein, Merxheim oder wo auch immer, beweisen.

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