Ärztehaus: Kann die Verbandsgemeinde MVZ?

Da brat mir einer einen Storch! „Die Verbandsgemeinde verfüge sowohl über einen Businessplan, als auch die personelle Kompetenz ein Medizinisches Versorgungszentrum zu unterhalten.“ Den Satz muss man erst einmal sacken lassen. Wow, eine Botschaft in dieser Entschlossenheit und Klarheit, hätte der Blog nicht für möglich gehalten. Und der gibt den Warner und Mahner. Mehr noch: Der ruft Zweifel hervor. Die wenigen Zeilen in der Tageszeitung erinnern beim Lesen mehr an den Spruch „Sicheres sowie selbstbewusstes Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit“! Zugegeben, das Urteil klingt hart, ist aber nicht von der Hand zu weisen. Frage: Was qualifiziert die Verbandsgemeinde für den Betrieb einer MVZ? Antwort: Nichts! Der Gesundheitssektor ist ein völlig anderes Spielfeld, als das einer Verwaltung. Gut, beide sind absolut bürokratisch sowie unflexibel strukturiert, aber das war es dann auch an Gemeinsamkeiten. Die Verbandsgemeinde muss sich tierisch strecken, um auch nur annähernd Kenntnisse über das Tagesgeschäft von Arztpraxen zu erlangen. Deren Unterhaltung ist ein bürokratisches Monster – allemal zeitaufreibend.

Das wird den Ausgeguckten aus dem Ressort Wirtschaftsförderung nicht im Vorbeigehen gelingen. Wie jeder weiß, haben die kaum Inspiration und Futter für ihre eigentlichen Aufgaben. Die Vermutung liegt nahe, dass die Last zu schwer werden wird. Noch dazu, werden die sich weiterbilden müssen sowie auf fremde Hilfe angewiesen sein. Ganz zu schweigen von einer wohlwollenden und solidarischen Unterstützung der Kassenärztlichen Vereinigung sowie Krankenkassen. Aber Mut wird schließlich belohnt. Einfach mal loslegen und machen. Gut, die Zeit des Redens scheint vorbei zu sein. Die Patienten ohne Arzt wird es freuen. Wahr ist, die Verbandsgemeinde ist es leid, dass Patienten im Kirner Land keinen Hausarzt finden. Es ist fünf nach zwölf. Die begegnet der Misere jetzt offensiv. Scheitern zwar möglich, aber angesichts der zusammenschweißenden Krise und den gemeinsamen Anstrengungen von Politik und Gesundheitssektor eher unwahrscheinlich. Wahr ist aber auch, die Verwalter in den eigenen Reihen werden es nicht alleine wuppen können. Nicht aus dem eigenen Saft und nicht auf Strecke! Die werden daher nicht umhinkommen einen erfahrenen Praxis- oder Gesundheitsmanager einzustellen. Einer, der mit der Materie vertraut ist und der das Zentrum aufbaut, ausbaut und betreut. Einer, der als Bindeglied fungiert zwischen Praxisbetrieb und Verwaltung. Am besten, sofort! Dann kann es was werden mit einem MVZ unter kommunaler Führung.   

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