Anzeige flatterte ins Haus: Doch noch Konsequenzen für einen Corona-Verstoß?

Corona ist völlig aus dem Fokus gerückt. Dabei waren strenge Auflagen in der Härtezeit hoch angesiedelt. Die große Politik hatte zwischenzeitlich massiven Kontrolldruck aufgebaut. Überall? Nein, während einer routinemäßigen Ortsgemeinderatssitzung in Hochstetten-Dhaun im Januar, wurde der Sitzungssaal kurzerhand zur virusfreien Zone erklärt, und dies, mitten in der heißen Phase. Keine 2-G-Kontrolle, keine Nachverfolgung, keine Einlasskontrolle, keine Listen. Und gelüftet, wie es bei den Abi-Prüfungen alle 20 Minuten Pflicht war, wurde auch nicht. Jeder durfte ungehindert hinein. Ein Eldorado für das Virus! Rund 60 bis 70 Personen waren im Saal anwesend. Der Fairness halber, hatte der Blog im Nachgang den Kreis mit der Bitte um Überprüfung der Nachlässigkeit informiert. Jedem Kleinunternehmer machte man schließlich hinterher bis ins Essgefach.

Einen Freifahrtschein für politische Gremien sollte es daher nicht geben. Gibt es auch nicht. Der Verstoß hat jetzt offenbar doch Konsequenzen, wie die Kreisverwaltung den Blog schriftlich wissen ließ. Es sei kein Kavaliersdelikt, welches die Ortsgemeinde unter „Sorry, vergessen“ verbuchen könne. Im Gegenteil! Gemäß schriftlicher Bestätigung muss sich der Ortsbürgermeister jetzt also einer Ordnungswidrigkeiten-Anzeige erwehren. Auch ein Bürgermeister steht nicht über den Dingen. Und der bedankte sich ja auch artig. Oder sprach aus ihm die pure Ironie? Man wird aus dem Kerle einfach nicht schlau.

Statt die grobe Fahrlässigkeit einfach mal zuzugeben und sich für den Fehler zu entschuldigen, nutzte er die Haushaltssitzung als Bühne, um sich nur lautstark zu beschweren. Niveau ist anders! Wie war das noch einmal mit der Wahrnehmung von Ursache und Wirkung? Keine Sorge, zur Rechenschaft wird man ihn sicherlich nicht ziehen. Zumindest keine, die den Geldbeutel über Gebühr strapaziert. Es leben die Netzwerke. Der Form halber, ein erhobener Zeigefinger und danach folgt zweifellos die Einstellung. Was bleibt ist die Schmach, es vermasselt zu haben. Bleiben könnte auch die Sensibilität. Lehrgeld ist ja immer auch gut angelegtes Geld. Corona-Versäumnisse werden in Hochstetten-Dhaun bestimmt nicht mehr aufschlagen.

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