Post vom Blog an Simmertals Bürgermeister Werner Speh!

Das Wichtigste vorneweg: Es ist naiv zu glauben, dass die Diakonie sich moralischen Werten verpflichtet fühlt. Innerhalb weniger Jahre hat sich die kirchliche Einrichtung zu einem Sozialkonzern mutiert – mit den meisten hässlichen Begleiterscheinungen einer entfesselten Marktwirtschaft. Profit geht schon lange über Nächstenliebe. Dein im VG-Rat leidenschaftlich geäußerter Appell, lieber Werner, die Diakonie möge die Ärzteversorgung im Kirner Land an sich ziehen, hat mit der Realität nur wenig gemein. Eher friert der Rhein im Sommer zu, als das die Vorstände in Bad Kreuznach so etwas wie eine tief empfundene Verantwortung für die medizinische Versorgung im Kirner Land entwickeln – schon gar nicht aus einer moralischen Verpflichtung heraus. Der Begriff Moral in Zusammenhang mit der Diakonie zu verwenden ist ein Widerspruch in sich. Das behauptet nicht nur der Blog, sondern vor allem interne Diakonie-Quellen. Langjährige Mitarbeiter, die unter den Arbeitsbedingungen ächzen, winken angesichts des Istzustandes nur noch resigniert ab.

Die Diakonie steht schon lange heftig in der Kritik. Die gehört zum Stamme „Nimm“ aber nicht zum Stamme „Gib“. Klar, bekommt die Einrichtung Steuergelder und klar hat man dem Mutterhaus für Sanierung und Erweiterung des Kirner Krankenhauses Geld in den „Allerwertesten“ geblasen. Aber vergiss es Werner, daraus eine tiefe Dankbarkeit oder gar ewige Verpflichtung ableiten zu können. Du unterliegst einem Irrglauben! Lohndumping und eine mangelhafte Arbeitnehmervertretung, so definiert sich Diakonie heute. Ihr Markenkern von Nächstenliebe und Barmherzigkeit ist längst auf der Strecke geblieben. „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!“ Auch Du, lieber Werner, wirst nicht umhinkommen, die Diakonie mit anderen Augen zu betrachten. Auch auf die Gefahr hin, dass Deine zugegeben berechtigte Weltanschauung im Zusammenhang mit der Diakonie Kratzer erfährt, die Einrichtung blickt nur auf sich und ihr Wohl. Die wird dem Kirner Land in der Frage der Ärzteversorgung nicht dienlich sein. Zumindest nicht so, wie Du es Dir vorstellst.   

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