Dorferneuerung: Greift das Sprichwort der Berg kreiste und gebar eine Maus?

Meine Erwartungshaltung war eine völlig andere. Dementsprechend enttäuscht trat ich nach 2 Stunden überwiegend allgemeiner „Gartenkunde“ den Heimweg an. Dorfplanerin Nathalie Franzen lieferte nicht. Zumindest nicht so, wie ich es mir insgeheim vorstellte. Ihre Infoveranstaltung zu Begrünungsmaßnahmen auf öffentlichen und privaten Flächen war mir viel zu unspezifisch. Nichts konkretes für das Dorf, vielmehr eine Stunde lang allgemeine Lehrstunde nach dem kleinen Einmaleins der Pflanzenkunde. Was wo wächst, welche Sträucher, Kletterpflanzen, Rosen, Blühwiesen ganzjährig farbenfrohe Pracht versprechen, warum Schottergärten verpönt sind und, und, und. Netter Vortrag zwar, aber mir persönlich war das too much an Einleitung. Mir fehlte das Eingemachte, wenngleich Franzen für jeden Ortsteil final dann doch noch erste Ideen aus den Begehungen in Stichpunkten kurz anriss. Nachdem der Abend versprach, interessant zu werden, schloss Franzen das Drehbuch abrupt. Sorry, mir war das zu wenig. Andere Zuhörer mögen dies als ausreichend empfunden haben, aber in punkto Nägel mit Köpfen wäre da gewiss mehr gegangen. Keine „Vorher- Nachher-Beispiele“ in Bildern und keine konkreten Vorschläge für Maßnahmen – passt nicht!

Vielleicht bin ich aber zu sehr von Ungeduld und Pragmatismus getrieben? Franzen selbst setzt keine eigenen Impulse. Hä? Ihrer gewiss neutralen Blick von außen auf das Dorf mündet nicht in Gestaltungsvorschläge für Plätze und Flächen. Irgendwie schade, denn sie weiß doch am besten was sinnvoll und notwendig ist sowie sich ohne großen Aufwand betreiben zu müssen umsetzen lässt. Erneuerungsbedarf herrscht indes überall. Um das beurteilen zu können, muss man weiß Gott kein Gartenexperte sein. Schöner geht immer. In Hochstetten-Dhaun blüht nichts. Dahingehend sollte sich was ändern. Und wie! Okay, Dorferneuerung lebt vom Mitmachen. Die Bewohner sollen ja selbst Ideen sammeln, umsetzen und im Idealfall danach pflegen. Franzen will noch konkreter werden mit Maßnahmen, die es in nächsten Schritten auszuarbeiten gilt. Nur wann? Zähe Geschichte, die dahinzuplätschern droht. Und die Zeit rennt davon!

Der Berg kreißte und gebar eine Maus? Am Ende wird jeder Ortsteil wohl sein symbolisches Kleinod bekommen. Das wäre aber viel zu wenig, zumal in diesem Jahr noch Förderungsmaßnahmen von 80 Prozent und mehr geltend gemacht werden können. Finanziell betrachtet, müssten daher sämtliche Grünflächen in allen Ortsteilen komplett neu angelegt werden. Das wäre dann der sogenannte große Wurf. Pfiffige Gemeinden würden den anstreben. Eigentlich ein Muss! Kann Hochstetten-Dhaun pfiffig? Blöd nur, die Ortsgemeinde kann von Haus nicht Grünflächen und denkt nicht in Grünflächen. Daher wird eine Pflanzaktion in XXXL-Format ausbleiben. Ich bleibe dabei, mehr als ein paar kleine Akzente werden aus dem Programm nicht übrigbleiben. Oder geht da vielleicht doch mehr? Lassen wir uns überraschen. Weiteres Thema waren Pflege, Patenschaften sowie Pflanzaktionen (weiterere Berichte folgen in den nächsten Tagen).       

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