Immer lesenswert – amtliche Bekanntmachungen der Verbandsgemeinde – konkret, Ärzteversorgung!

Mein Gott, das dauert! Es herrscht mal wieder das große Schweigen im Walde? Ist die Ärztemangel-Angelegenheit erneut aus dem Fokus gerückt? Nicht ganz, wenn man sich die neuerliche amtliche Bekanntmachung aus dem Mitteilungsblatt vor Augen führt! Die Niederschrift des Finanzausschusses und Gedöns lässt einen allerdings nur noch fassungslos zurück. Kurz zusammengefasst: Drei Ärztinnen hätten Interesse im Kirner Land anzuheuern, stünden quasi Gewehr bei Fuß, wenn, ja wenn ein Medizinisches Versorgungszentrum als Träger zur Verfügung stünde. Will heißen, die Menschen ohne Hausärzte, und davon gibt es viele, könnten von jetzt auf gleich bestens versorgt sein. Warum in Gottes Namen bekommen es Politik, Kassen und Ärztevertreter nicht auf die Reihe, eine MVZ, und sei sie am Anfang noch so improvisiert, aus dem Boden zu stampfen? Mal an der Bürokratie und allen Formalien vorbei etwas wagen und starten – passt! Nicht, das die Ärztinnen noch abspringen, wenn es mal wieder zu lange dauert. Stattdessen wird nur geredet, gelabert, getagt, beraten. Und die Zeit läuft davon. Nein, so wird das nix! Dabei herrscht Not im XXXL-Format!

Wie es gehen könnte steht auch in den amtlichen Bekanntmachungen, nur etwas weiter hinten im Text. Als Vertreterin der Kassenärztlichen Vereinigung klärte Expertin Anja Otten auf. Die Lösung ist ganz einfach: Es bräuchte eine Praxis-Investition von 130 000 Euro für eine Praxiseinrichtung. Die laufenden Kosten für den Betrieb schätzt sie auf 380 000 Euro. Um es abzukürzen, die Ausgaben könnten durch die zu erwartenden Einnahmen durch die Patienten-Versorgung gedeckt werden. Realistisch sei sogar ein Überschuss. Beste Voraussetzungen also! Worauf in Gottes Namen noch warten liebe Entscheidungsträger. Akquiriert Personal, nehmt das Geld in die Hand und fangt endlich an. Warum müssen Verwaltungen immer nur so strack sein? Der Blog wird nicht müde werden, „Lucky TJ“ und seiner „Bande“ Tadel noch und nöcher ins rote VG-Klassenbuch zu schreiben. Dem geht das alles viel zu langsam, um nicht zu schreiben behäbig. Dabei ist in den heutigen Zeiten mehr denn je Handlungsschnelligkeit gefragt. Leider scheint die im Kirner VG-Gebäude gerade aus zu sein. Bemüht sein allein reicht nicht. Naheabwärts in Rüdesheim sitzt einer, der weiß wie man erfolgreich vorprescht. Dahin blicken heißt lernen.

Nicht immer nur taktieren, sprechen und ausloten. Nein, einfach mal machen. Vorangehen! Geld beschaffen, Örtlichkeit suchen, umgestalten, einrichten und starten. Notfalls tun es auch Container oder ein Praxismobil. Letzteres funktioniert anderswo bereits bestens. Wenn alle, wie zu lesen, gemeinsam an einem Strang ziehen wollen, sollte eine Blitzaktion doch möglich sein. Theoretisch könnte so ein Projekt innerhalb einer Aktionswoche umgesetzt werden. Die VG will, die KV will, die Mediziner wollen und die Menschen im Kirner Land wollen es auch. Worauf also noch warten? Anfangen und zwar jetzt! Wer zu spät kommt verliert. Im schlimmsten Fall springen die Mediziner vom Haken. Köder werden überall ins Mediziner-Haifischbecken geworfen.

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