Kirner Tierheim: Suchen Tiere Knall auf Fall ein neues Zuhause, weil der Verwaltungschef die Entwicklung verpennte?

Man ist entweder Teil der Lösung, oder Teil des Problems. Ist Bürgermeister Thomas Jung sowohl das eine, als auch das andere? Nun, er war derjenige, der vor eineinhalb Jahren aus erster Hand schon Kenntnis von einer mittelfristigen bevorstehenden Auflösung des Tierheim-Pachtvertrages erfuhr. Sein Wissen hat er jedoch für sich behalten. Warum? Diese Frage müsste man dem Kerle mal unter die Nase reiben. Vielleicht äußert er sich diesbezüglich ja auch mal aus eigenem Antrieb heraus. Hat er die Tragweite seinerzeit falsch eingeschätzt? Geriet der Hinweis in Vergessenheit? Fehler können passieren, nur sollte man dann auch zu diesen stehen. Jetzt ist das Kind Knall auf Fall in den Brunnen gefallen und „Lucky TJ“ fällt, wie alle anderen auch, aus allen Wolken. Wie bitteschön passt das zusammen? „Auch für die VG-Verwaltung sei der Räumungstermin überraschend gekommen“, ließ sich „TJ“ in der Zeitung zitieren. Für die Verwaltung mag das stimmen, aber doch nicht für ihn persönlich. Klingt irgendwie unaufrichtig. Schließlich hatten die Steinbruch-Verantwortlichen ihn und seine Seelenverwandte, Landrätin Bettina Dickes, rechtzeitig und unmissverständlich über ihre Baupläne eingeweiht.

Lediglich das genaue Datum stand noch aus. Alleine der pure Anschein, der leiseste Verdacht, hätten allerdings ausgereicht, um Alarm zu schlagen. Der kam aber nicht. Finde den Fehler? Stattdessen ein unangebrachtes Aussitzen, aus welchen Gründen auch immer. Eine Vorgehensweise, die ihm jetzt um die Ohren fliegt. Die Suche nach Schuldigen hat eingesetzt. Wahr ist, die Basalt AG beansprucht das Gebiet zurecht für sich. Kein Veto, kein Vorwurf! Wahr ist aber auch, das Unternehmen hatte rechtzeitig über seine Pläne informiert. Dass die sich nicht direkt an das Tierheim wanden, sondern das Gespräch mit den politischen Entscheidungsträgern suchten – geschenkt. Für deren Tiefschlaf kann man die Vermieter nun wirklich nicht in Geißelhaft nehmen.  

Hätte „TJ“ seinerzeit schon damit begonnen, natürlich gemeinsam mit dem Tierheim, nach Alternativen zu suchen, dann stünde man jetzt nicht vor einem Scherbenhaufen. Vor allem hätte man mehr Vorlaufzeit gewonnen. Man darf gespannt sein, inwieweit er das Problem auf den letzten Metern gewuppt bekommt. Wenn er das schafft, dann wäre er urplötzlich nicht mehr Teil des Problems, sondern Teil der Lösung. So ist das Leben, entweder man ist Depp oder Heilsbringer? Welcher Status bleibt kleben? Schauen wir mal. Nachbetrachtend, dürfte im Vorfeld vieles in der Kommunikation nach außen hin schief gelaufen sein. Die Leidtragenden sind in erster Linie alle Tiere. Die verlieren ihr zu Hause. Ob die innerhalb des Kirner Landes umziehen können, bleibt abzuwarten. „Tiere suchen ein Zuhause“ – das Motto einer WDR-Sendung ist jetzt Programm. Die Einrichtung ist stets ausgebucht und gilt alleine deshalb schon als unverzichtbar für Stadt und Land. Der Aufschrei im Internet war und ist dementsprechend groß. Man darf gespannt sein, inwieweit die Aufrufe nach Ideen fruchten.   

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