Die Kirner Kreistags-Nachrückerin hätte bessere Interview-Fragen verdient gehabt!

Was stimmt da nicht? Am vergangenen Mittwoch hob der Öffentliche Anzeiger ein Interview mit Kreistagsnachrückerin Judith Schindler (SPD) ins Blatt. Statt sich ausgiebig mit ihren Absichten und Zielen auseinanderzusetzen, drehen sich alleine vier von fünf Fragen um die eigene Herkunft. Geht’s noch? Wie soll sich eine Nachwuchspolitikerin vom politisch geprägten Dröscher-Elternhaus emanzipieren können sowie jemals programmatisch auf eigenen Füßen stehen, wenn sie permanent auf die Tochter beziehungsweise die Enkelin ehemaliger Schwergewichte reduziert wird? Das Interview und die Erkenntnisse daraus stehen exemplarisch dafür Pate, wie es eben nicht hätte ablaufen dürfen. Setzen, sechs! Man, man, man! Für den schwachen Fragen-Pool sollte sich die Redakteurin in die Ecke stellen und schämen. Statt der SPD-Nachrückerin in punkto Absichten und und konkreten Vorhaben ausreichend Raum zu geben und ihr überdies ordentlich zu Themen der Zeit (Tierheim) auf den Zahn zu fühlen, vornehmlich Aushorchen in Wattebällchen-Format zu ihren persönlichen Verhältnissen sowie politischen Erbe. So wird sie sich niemals freistrampeln können. Ausquetschen zu brisanten Themen, und da gäbe es eine Fülle, Fehlanzeige. Aber genau das hätte es gebraucht, um sie als etablierte und eigenständige SPD-Vertreterin wahrnehmen zu können.

Sorry, „Heile-Welt-Home-Story“ ist weder angezeigt, noch wird es ihrem Streben auf politisch eigenen Füßen stehen zu wollen, gerecht. Überwiegend seichtes Smalltalk sowie allgemeines Blablabla, statt einem Beackern von Themenfeldern mit Tiefgang. „Sie setze sich für eine dritte Rettungswache ein“, ist die einzige herausgekitzelte Position. Aber selbst die findet nur in einem Halbsatz Erwähnung. Das wars! Kaum vorstellbar, dass das komplette Kirner Land in punkto Projekten und Vorhaben derart auf dem Trockenen sitzt. Man hat sie halt nur nicht danach gefragt. Finde den Fehler? Was bleibt am Ende bei den Lesern hängen? In erster Linie, dass Schindler Ämter- sowie Mandate irgendwie doch „vererbt“ worden sind. Es wäre allerdings unfair zu behaupten, dass sie nur zu einer kommunalen Größe aufstieg, weil sie den richtigen Vater und den Schatten des Großvaters an ihrer Seite wusste. Aber gerade der Eindruck verfestigt sich beim Lesen. Oder? Dass sie auch ohne Stammbuch Engagement und Begabung mit sich bringt, um erfolgreiche Kommunalpolitik voranzutreiben, wird sie stets unter Beweis stellen müssen. Freischwimmen, noch dazu mit ordentlich familiären Balast auf dem Rücken, ist allerdings nicht einfach. Nicht selten geht man sogar unter.

Eine Antwort auf „Die Kirner Kreistags-Nachrückerin hätte bessere Interview-Fragen verdient gehabt!“

  1. Das kennt man ja mittlerweile…
    Frau Müller hat die Ämter ja auch ohne Legitimation inne…
    Eine Frechheit!
    Diese Frauen habe es mit Nichten verdient diese Ämter auszuführen!
    Pfui!!!

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