Der zupackende und pragmatische Bürgermeister aus hochstetten-Dhaun!

Was für eine Lichtgestalt! Während der Freigabe der Ortsumfahrung Hochstetten sparte der Leiter des Landesbetriebs Mobilität in Bad Kreuznach Thomas Wagner nicht mit Lob. Vor allem hob der Ortsbürgermeister Hans Helmut Döbell  für seine „zupackende und pragmatische Art“ buchstäblich in den Himmel. Der habe viele Wege freigemacht und dicke Bretter gebohrt. Bla laber grütz! Wie immer halt, wenn man sich bei offiziellen Anlässen gegenseitig mit Lobhudelei überhäuft. Sei’s drum, klappern gehört nun einmal zum Handwerk und nach Abschluss von Maßnahmen sind warme Worte eben üblich. Nur was meinte Wagner mit zupackender und pragmatischer Art? Den Interpretationen sind diesbezüglich keinerlei Grenzen gesetzt. Zielte der Gute etwa auf den Grundstückserwerb, noch weit vor der Zeit, der Familie Döbell im jetzt neu entstandenen Industriegebiet ab?

In Sichtweite des Veranstaltungsortes gelegen, wäre diese Blog-Auslegung naheliegend. Er konnte quasi draufsehen, als er seine huldvolle Anerkennung dem Dorfchef gegenüber zum Ausdruck brachte. Macht irgendwie auch Sinn, denn Döbell hat die Filet-Fläche sofort an Land gezogen. „Zupackend“ eben! Keiner hätte das sonst dürfen. Wie sagt der Volksmund: Alle sind gleich, aber manche sind gleicher. „Pragmatisch“  hatte er noch vor dem Spatenstich den Deal eingefädelt. Zu einer Zeit, als noch gar nicht feststand, wie groß die Fläche später einmal sein würde? Unfassbar, dass der Ortsgemeinderat seinerzeit diesem Verkauf, für vermutlich kleines Geld, überhaupt zustimmte. Die Fläche dürfte mittlerweile eine Wertsteigerung um ein Vielfaches erfahren haben. So etwas nennt man dann wohl Jackpot für den Erwerber und Minusgeschäft für den Veräußerer.

Bezog sich die Äußerung des LBM-Leiters auf dieses Grundstücksgeschäft? Maybe? Wir werden es wohl niemals wirklich erfahren. Der Blog geht mal stark davon aus, dass Wagner ihn in seinen Äußerungen für diese Coup gratulieren wollte – so durch die Blume. Vielleicht hat er ja auch zeitgleich eine Geste in Richtung des Grundstückes unternommen. Einen Fingerzeig etwa. Wer weiß? Ausgeschlafen ist er ja, der Bürgermeister. Vor allem dann, und das wissen alle, wenn es um eigene Belange geht. Vielleicht meinte er aber auch die grundsätzliche Rolle eines Bürgermeisters bei solchen Bauprojekten. Pfiffige Amtsträger haben hier und anderswo nicht seltenen entscheidenden Anteil bei Planung und Umsetzung. Und pfiffig ist er ja auch, der 60-Prozent-Bürgermeister. Was denn nun? Möge sich jeder selbst ein Urteil bilden, was Wagner jetzt genau meinte, als er von einem zupackenden und pragmatischen Bürgermeister sprach.