Keine Bahnen gespannt: Absolutes Chaos und wildes durcheinander beim Kirner Hundeschwimmen!

Das ging ja völlig in die Hose! Laut Aussage seines Frauchens konnte der irische Wasserspaniel und Leistungsschwimmer Bello, sein Pensum am Abschlusstag des Kirner Freibandes bei weitem nicht erfüllen. Herrchen und Hund zeigten sich not amused über die Zustände im Becken. Der Grund: Es waren keine Bahnketten gespannt, sodass dem leistungsorientierten Vierbeiner, den eine nahezu wasserundurchlässiger Unterwolle gegen Kälte schützt, stets bloß herumtollende und vom Beckenrand springende Artgenossen in die Quere kamen. Es herrschte ein wildes Durcheinander. Alle waren total aufgeregt und aufgedreht – wie bei einem Hundegeburtstag. Disziplin und Ordnung, Fehlanzeige! Ab und zu gab es sogar üble Raufereien oder Beißereien. Anwesende Tierärzte sowie Hundeflüsterer mussten allerdings nicht eingreifen. Wie dem meisterschaftserfahrenen austrainierten Hunde-Leistungsschwimmer der Kaderschmiede Hunsrück, erging es auch einem Labrador-Rüden sowie einer Golden Retriever-Dame. Nicht zu vergessen die beiden Spanischen und Portugiesischen Wasserhunde, die wegen den zu erwartenden Bahnen extra aus dem Ausland anreisten. „Wenn nicht in Kirn, wo dann?“

„Die wollen doch schwimmen und nicht nur immerzu spielen“, erklären ihre Herrchen am Beckenrand. Sei’s drum, Bello hatte es frühzeitig satt. Nach für ihn nur enttäuschenden 100 Metern Hundekraul, noch dazu in einer grottenschlechten Zeit, ließ er sich von seinem zweibeinigen Freund außerhalb des Wassers streicheln: Jaa, ein ganz Feiner bist du. Ja.“ Schnell spaltete sich die Hundeschwimmer-Community am Abschlusstag in zwei Lager. Und das alles nur weil die Bademeister die Bahnketten nicht spannten. Aber gut, die sind wahrscheinlich nicht vertraut mit Hunden und ihren Bedürfnissen auf einen geregelten Schwimmbetrieb. Dabei gilt doch die Baderegel Nummer eins: Was den Zweibeinern recht ist, ist den Vierbeinern billig. Die Hundeschwimmer-Profis, gut zu erkennen an ihren einheitlichen Blümchenbadekappen, wurden nach kurzer aber intensiver Wasserwitterungsaufnahme wieder an die Leine genommen und mit Leckerlis für entgangene Freuden entschädigt. Da wollten die mal gesittet ihre Bahnen ziehen und dann so ein Tollhaus-Becken. Pfui! „Komm, Bello, das wilde Durcheinander müssen wir uns nicht geben“! Manche Bademeister können einfach nicht mit Hunden, schimpft Herrchen beim Gehen. Wegen solchen Menschen verkommt Hundeschwimmen nur noch zu einem reinen Vergnügen. Recht hat er!

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