Von wegen in Kirn ist nichts los! Aber…

Gut gebrüllt Löwe! Wenn Bürgermeister Frank Ensminger sich genötigt fühlt seine Stadt gegen regelmäßig geäußerte Behauptungen „in Kirn sei nichts los“ wie ein Rudelführer zu verteidigen, dann müssen ihm solche und ähnliche Aussagen schon ziemlich lange auf den Zeiger gehen. Natürlich hat der Stadtchef gerade jetzt gute Konter-Argumente, weil sowohl am vergangenen, als auch kommenden Wochenende so einiges gebacken war oder ist. Konzerte, Kunstausstellung, Handball, Brauereifest, Andreas- sowie Weihnachtsmarkt – passt! Viel mehr geht nicht in einer Kleinstadt mit 8500 Einwohnern. Mal ehrlich, in Kirn ist doch das ganze Jahr irgendwie immer was gebacken. Natürlich geht mehr! Es geht immer mehr! Aber Behauptungen, wonach im Mittelzentrum so gar nichts steil gehe, entbehren jeder Grundlage. In die „Tote-Hose-Ecke“ gehört Kirn bei weitem nicht verortet. Veranstaltungen gab es immer und wird es immer geben. Und wie! Und das ab und an die Post abgeht, ist richtig und wichtig! Dennoch, haben Kritiker ja nicht ganz unrecht. Es läuft ja nicht immer so geballt und rund wie jetzt gerade. Alltag und Jahreskalender offenbaren naturgemäß auch Lücken.

Sind es vor allem nicht die alltäglichen Eindrücke, die so manchen zu Behauptungen „in Kirn sei nichts los“ auf den Plan rufen? Gerade jetzt, in der grauen Jahreszeit, wirkt die Innenstadt oftmals wie ausgestorben. Graue Maus im grauen Herbst? Die Frage möge jeder für sich selbst beantworten. Viele unübersehbare, ja fast schon dramatisch anmutende Leerstände, lassen die Atmosphäre bei einem Bummel schon arg trist erscheinen. Der Wochenmarkt ist schon seit Ewigkeiten nur noch ein Schatten seiner selbst und verdient seinen Namen daher längst nicht mehr. Überdies, ist auch die Zeit der Monatsmärkte längst vorbei. Man muss der Wahrheit ins Auge blicken. Angebot und Nachfrage nehmen immer mehr ab.

Hat die Eisdiele geschlossen, ist der Marktplatz nahezu verwaist. Auch im letzten Sommer spielte in Kirn eben nicht die Musik, wurde auf die beliebte Reihe erneut verzichtet. Abgesehen von Highlights und Veranstaltungen, was lockt die Menschen in die Innenstadt? In Kauflust Schlendern und Treiben lassen eher weniger. Außer einem Apothekenbesuch oder den Gang zum Optiker, bleibt da nicht mehr viel. Eingekauft wird in der Einkaufsmeile entlang der Kallenfelser Straße. Kirn ist überall. Anderswo hat es die gleichen Probleme in den Innenstädten. Was also tun? Kreativität und Impulse sind gefragt. Die Werbegemeinschaft „KLAR“, die ohnehin für die meisten Events verantwortlich zeichnet, ist mehr denn je gefragt. Wenn, dann kommen Geistesblitze aus der Ecke.

Von der Jobbeschreibung her betrachtet, sind die Wirtschafsförderer unter dem Dach der Verbandsgemeinde mehr am Zug. Belebung ist deren Spielwiese. Die sind die Experten. Im Idealfall, haben die Profis fertige Konzepte in der Schublade, um etwa dem Leerstand zu begegnen. Falls nicht, ist es an der Zeit welche auszuarbeiten. Höchste Eisenbahn! Hey, warum nicht einen Arbeitskreis „Leerstände“ oder generell „Stadtbelebung“ ins Leben rufen? Nochmals, in Kirn ist punktuell immer etwas los. Trotzdem, gilt es an verschiedenen Optimierungsstellschrauben zu drehen. Dass sich Innenstädte generell nicht mehr zu Hotspots entwickeln werden, ist so klar wie Kloßbrühe. Aber ein bisschen mehr geht immer, auch in Kirn.  

4 Antworten auf „Von wegen in Kirn ist nichts los! Aber…“

  1. Ich mag den Bürgermeister Frank Ensminger – kenne mich aber in der Kirner Politik nicht genug aus , um seine politische Führungskaft beurteilen zu können. Ich bin mir aber sicher , dass es hier in dem Blog einige Kommentare zu dem Thema Führungs- und Gestaltungskraft geben würde , wenn der damalige SPS-Kandidat jetzt an der Kirner Macht wäre und eine Performance abgeben würde wie der jetzige Bürgermeister. Da würde der Bürgermeister auch hier verewigt werden.

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